24.11.2003

Über das Funkgerät kommt am Morgen die Nachricht, daß Tomás doch erst morgen kommt.
Zu Hause hatte ich in Vorbereitung der Reise einige Karten im Internet gefunden, welche die Orte der bewaffneten Auseinandersetzungen mit Sendero Luminoso dokumentieren. Die Ausdrucke davon zeige ich Matias und er betrachtet sie aufmerksam und nachdenklich. Er sagt, daß es im Gebiet des Rio Ene tatsächlich noch vereinzelte Aktivitäten der Terroristen gibt.
Bei einem Spaziergang in die Umgebung des Dorfes finde ich einen Achotestrauch, welcher in seinen Samen die rote Farbe für die Gesichtsbemalung enthält.

25.11.2003

Heute soll nun Tomás tatsächlich ankommen. Gestern abend brachten noch zwei junge Ashaninka wilden Honig. Er schmeckt sehr interessant bitter-süß und ist sehr flüssig.
„Tomás kommt erst am Freitag!“ sagten mir die beiden Gäste, ein Pärchen aus Lima, die gegen 14:00 im strömenden Regen mit Pedro im Boot ankamen. Die beiden sympatischen weißen Peruaner sind Bekannte von Mariano. Für die Zeit ihres viertägigen Aufenthaltes ist also wieder etwas Abwechslung angesagt.

26.11.2003

Nach dem Frühstück schneide ich mit einem einigermaßen stumpfen Glasschneider die Fenster für Marianos Raum zu. Die Fenster sind hier eigentlich alle nur mit Gaze bespannt, wie auch in den neuen Häusern der Ashaninka. Aber Mariano möchte gern Glas drin haben. Pedro hat es aus Satipo mitgebracht.
Am Nachmittag regnet es immer noch und es hat sich etwas abgekühlt. Ich nehme die Einladung an und schließe mich den beiden Limaesen, Marcelino, Olivia und José an. Wir gehen mit dem Boot auf dem Rio Tambo angeln. Hab zwei kleine Stachelwelse gefangen. José beißt ihnen kurzerhand die mit giftigen Stacheln besetzten Flossen ab bevor die Fische im Korb landen.

27.11.2003

Nach dem Frühstück mache ich mich allein auf den Weg auf einem Dschungelpfad bis kurz vor das Nachbardorf Poyeni. Wieder zu Hause esse ich einige der kleinen reifen süßen Bananen nachdem ich zuvor aus Versehen in eine etwas rötlich aussehende Kochbanane gebissen habe. Die kann man wirklich nur gekocht essen. Roh sind sie unappetitlich und trocken.

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28.11.2003

Heute soll Tomás wirklich kommen wurde mir beim Frühstück mitgeteilt.
Pedro hat den ganzen Vormittag den mit einem Rasenmäher bestückten Traktor gequält und den Rasen rund um das Haus gemäht. Es sieht unmöglich englisch aus. Nach der Arbeit habe ich mit den jungen Männern Fußball gespielt. Bei diesem Klima ist das ungleich anstrengender als zu Hause.
Mit großem Hallo wird endlich Tomás vom Ufer abgeholt.

Die Hauptstrasse im Dorf

29.11.2003

Während des Frühstücks fing es schon wieder an zu regnen. Wir vertreiben uns die dadurch von Arbeit frei gewordene Zeit mit Erzählen und viel Lachen. Tomás und Mariano haben viel zu besprechen.

30.11.2003

1. Advent! 8:00 Messe. Es waren heute viel mehr Leute da. Wie mir scheint, weil Tomás wieder da ist. Nach der Messe hatte Tomás Besprechung mit Marcelino, Matias und Roberto wegen des Weiterbaus der Häuser und Pflanzungen.

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