2.11.2003

Planmäßige Ankunft in Lima 23:23 Uhr.
Niemand erwartet mich!

3.11.2003

Ich warte auf dem Flughafen bis 12:30 Uhr dann lasse ich mich trotz großer Bedenken auf ein Taxi ein. Der Fahrer bringt mich zum Hotel „Nirvana“ in Miraflores.
Ich gehe schon 18:30 ins Bett da es dunkel wird und ich hundemüde bin.

4.11.2003

7:15 Uhr Aufstehen, Duschen(!) - kein warmes Wasser. Sch... denke ich und weiß gleichzeitig, dass das jetzt wohl 3 Monate so sein wird.
Peter Amendt angerufen, was gestern wegen der Zeitverschiebung nicht mehr möglich war. Er wird bei Pater Benjamin anrufen und sagen wo ich bin. Hab gleich darauf einen Anruf auf spanisch bekommen aus dem ich mit Hoffnung schließe, dass ich abgeholt werde. Ich merke, wie wichtig es wäre besser die Sprache zu beherrschen.
Taxifahrt zum Kloster „Convente de los Descalzos“ in Rimac. Ankunft 9:45 Uhr. Begrüßung durch Pater Severino, der erstmal nicht weiß was ich hier will.
Ich erfahre, dass Tomás in Cusco ist. Mal sehen, wie es weitergeht. Hab erstmal ein Zimmer (Zelle) im Gästetrakt des Centro Misional bekommen.
Ein Pater Gregorio kommt, spricht etwas deutsch und erzählt mir, dass Tomás am Freitag kommt und mich mitnimmt, oder ich könnte nach Cusco reisen und dann mit ihm weiter. Wir werden sehen...
Abends mit Severino zum Einkaufen gefahren. Dann hat er sich an die Funkstation gesetzt. Damit hat er Kontakt zu allen Missionsstationen bis über 1000 km weit. Er versucht, für mich einen Flug nach Cusco zu bekommen. Das soll nur 1 Stunde Flug bedeuten und 73 $ kosten. Er fragt mich, ob das o.k. Ist. Ich stimme zu, da alles andere wohl sehr abenteuerlich ist. Zwischendurch erzählt er allen Leuten im Kloster, dass ich der „Aleman“ bin der Tomás Martin im Dschungel besuchen will. Dann bereitet er mir ein prima Abendbrot aus dem Kühlschrank.

























5.11.2003

7:15 Uhr Aufstehen, Frühstück.
Der Klosterkomplex liegt in einem armen Wohngebiet im Stadtteil Rimac, welches durch Gittertor und Wachdienst abgegrenzt ist. Im Wohngebiet liegen das Kloster mit Centro Misional, Kirche, Schule, Berufsschule und Kindergarten. Der Supermarkt METRO, etwa 500 Meter weiter ist besser bestückt als ein normaler ALDI Markt bei uns. Moderner Bau mit sehr viel Personal, Hilfspersonal und Wachleuten (wer kann das angemessen bezahlen?). Überhaupt steht vor jedem einigermaßen wichtigen Gebäude mindestens ein Polizist oder Privatwachmann in kugelsicherer Weste.
Ich frühstücke mit einem der Spanier, die zur Zeit Gast hier sind.
Die Mails nach Hause kann ich hier von einem der vielen Internetkabinen absetzen oder über den Computer des Kloster. Der läuft aber im Schneckentempo.
Morgen früh um 5 Uhr soll es mit dem Flugzeug nach Cusco gehen sagt mir Severino gerade.
Er und die Spanier haben mich zum Essen eingeladen. Wir fahren zum Restaurant mit einem „Colectivo“, einem der vielen Kleinbusse die hier ständig mit viel Lärm herum fahren. Laute Musik, Gedränge, Geschrei des Schaffners, der alle Haltestellen ausruft und Leute zum Mitfahren animiert. Haltestellen sind überall wo jemand zusteigen will.
Am Nachmittag war Herrera Gianino hier, ein Künstler, der von uns Gipsmasken anfertigte.
Severino und Tomás haben es so organisiert, dass ich für 4 Tage Cusco und Machupicchu sehe. Dann werde ich mit Tomás zurückkommen nach Lima und wir reisen (wie und wann auch immer) in den Dschungel nach Cheni zu seiner Mission.

Lima, Convente de los Descalzos

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