04.12.2003
Hab mal bis 7:15 ausgeschlafen und dann Nachrichten auf Deutsche Welle gehört.
Die Holzart, mit der gebaut und getäfelt wird heißt „Turmillo“. Sergio hat im Wald eine riesige Schildkröte gefunden.
Heute war es regnerisch und kühl (23°C)

05.12.2003
Sehr früh mit den Männern draußen bei den Kühen gewesen. Langer Marsch über Dschungelpfade, über Bäche und Morast. Die Männer liefen fast alle barfuß, aber ich hatte Mühe, mit meinen festen Schuhen hinterherzukommen.
Etwa 10 Hektar gerodeter Wald dienen als Weide für etwa 70 Kühe. Der Weidezaun wird über Solarzelle und Batterie betrieben. Oft müssen die Kühe aber trotzdem eingefangen werden, weil die schnell wachsende Vegetation und das feuchte Klima den Weidezaunstrom wirkungslos machen.

06.12.2003
Früh herrliches Wetter! Mit Pedro und José Wassertanks gefüllt. Heute sind die Leute zu einer traditionellen Art des Fischens aufgebrochen. Sie zerreiben eine bestimmte Wurzel und mischen den Brei in einen zuvor mit Steinen und Bananenblättern abegesperrten Teil des Baches. Durch dieses Gift und die gleichzeitig hervorgerufene Verringerung der Oberflächenspannung des Wassers werden die Fische gelähmt und können unter großem Hallo des ganzen Dorfes mit der Hand eingesammelt werden. Am Abend gab es gegrilltes Fleisch von eigenen Rindern.
Nikolaustag zu feiern ist scheinbar unbekannt.

S.20


























07.12.2003

2. Advent. Zur Zeit gibt es viel Ananas. Die Leute bringen immer mal wieder was Gutes zum Essen vorbei (Ananas, Melone, Bananen, Huhn, Gans, Schildkröte, Mais) und tauschen es gegen nützliche Dinge wie Batterien, Nägel, Feile, Süßigkeiten, Gewehrpatronen, Salz.
Gegenüber dem Missionshaus soll ein Medizinpunkt entstehen. Ein Haus, etwa so groß wie eines der Wohnhäuser, moskitosicher, mit Solarstrom und Wasser. Das Fundament ist schon fertig. Die Medikamente und Dinge für Erste-Hilfe sind zur Zeit noch in der Tienda gelagert.
Olga bereitet eine Gans zu. Nach der Messe beauftragt Tomás das „comité de estación“ (8 Jungs, die sich um die Gestaltung des Med-Punktes kümmern wollen) Mangos zu säen. Sie ziehen eifrig los.
Tomás erzählt mir nochmal von seinem Anliegen der „kleinen Schritte“; nicht das, was man von außen bei einem Kurzbesuch sieht ist entscheidend, sondern was an Entwicklung und Verstehen in den Herzen und Köpfen geschieht.
Hier die Ergebnisse vom Dschungelfußballwochenende:
1. Poyeni
2. Cheni -alt
3. Cheni -neu
Am Abend wurde Pisco-soure, ein wunderbares peruanisches Getränk gemixt.


08.12.2003

Marienfeiertag „Imaculada“ (Unbefleckte Empfängnis). 8:00 Hl. Messe.
Mariano und Pedro sind vormittags mit einem Boot , welches von Atalaya kam nach Satipo abgereist. Wir sehen sie wieder, wenn ich mit Tom
ás nächsten Montag nach Satipo komme. Ich holen heute mit den Männern vom Strand Sand für den Beton des Gemeinschaftshauses. Bei der Arbeit gibts viel Spaß.
Tom
ás lädt mich zu einem Imbiß ein und erzählt mir 3 Stunden lang von seiner Arbeit und den Schwierigkeiten mit Mariano. Er scheint froh zu sein, daß Mariano jetzt weg ist. Am Abend erzählt er mir noch mehr. Es ist unglaublich, was er für Geschichten zu erzählen hat;
-Geld, das gespendet wurde, aber nie bei ihm ankam
-Intrigen von anderen Priestern
-geschäftliche Machenschaften von Mariano
-Das Buch, das Mariano geschrieben hat („Warriors in eden“) ist zum größten Teil die Geschichte von Tom
ás in der Zeit seines Wirkens in Cutivireni. Er war in der fraglichen Zeit kaum dort, hat sich von den Nativos nachher alles erzählen lassen. Tomás kommt aber nur kurz im Vorwort vor.

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