10.11.2003

Wieder mal um 5:00 aufstehen.
Der kleine Padre bringt mich zum Aerport, denn Tomás hatte vorher schon einen anderen Flug gebucht, wo jetzt aber kein Platz mehr frei war. Deshalb fliegen wir getrennt und ich so früh.
Einchecken problemlos, obwohl ich noch eine zusätzliche Tasche mit den Souvenirs dabeihabe.
Ankunft in Lima, Mails nach Hause. Bevor Tomás kommt vertreibe ich mir die Zeit mit dem Beobachten des Vielvölkermixes in der Empfangshalle. Dazu habe ich sehr viel Zeit denn Tomás kommt mit Verspätung an.
Inzwischen kenne ich das Land nun etwas und habe fast schon damit gerechnet.
Tomás handelt den Preis für ein Schwarztaxi auf lächerliche 10 Soles und wir kommen am Nachmittag im Centro Misional an.

11.11.2003

Nach dem Frühstück macht Tomás mit mir einen Rundgang durch den Konvent und die daran angeschlossenen Einrichtungen und stellt mich bei dieser Gelegenheit auch dem Provinzial vor.
Mittagessen zum ersten Mal mit dem ganzen Konvent (Mönche, Postulanten, z.Z. Anwesende Missionare). Severino stellt mich dem Konvent vor und ich darf am Tisch des Provinzials Platz nehmen.
Tomás erzählt allen die sich dafür interessieren begeistertvon der Lebensform unserer Franziskusgemeinschaft
in Leutwitz und Pinkafeld. Sehr schmeichelhaft stellt er es als beispielhaft für den Orden in Peru dar.
Den ganzen Nachmittag erzählt mir Tomás von seiner Arbeit im Dschungel bei den Ashaninkas, von den Schwierigkeiten mit einem Mitbruder welcher in der Missionsarbeit eher einen Weg der alten Schule geht.
Tomás ist überzeugt davon, dass es keinen Sinn macht Projekte für die Nativos über ihre Köpfe hinweg zu organisieren. Er will ihnen dabei helfen ihr Leben selbst zu bestimmen. Er sagt, dass er Probleme damit hat wie manche Missionare das gespendete Geld einsetzen.

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12.11.2003

Ausschlafen!!!
Am Vormittag Spaziergang mit Tomás durch Lima. Wir gehen aus dem Stadtteil Rimac heraus und über den spärlich Wasser führenden Fluß Rimac über eine von fliegenden Händlern voll besetzte Brücke. Gleich dahinter beginnt das historische Zentrum von Lima. Dort unterscheiden sich die Boulevards kaum von denen europäischer Großstädte. Einzig die vor jedem einigermaßen wichtigen staatlichen oder privaten Haus postierten, gut bewaffneten, mit kugelsicherer Weste geschützten Wachleute erinnern den Besucher daran, daß Peru noch lange kein sicheres Land ist.
Die ein wenig abseits liegenden Straßen, welche zur Kolonialzeit prächtig aussahen sind jetzt sehr heruntergekommen.
Während des Bürgerkrieges in den 80er und 90er Jahren kamen Millionen Menschen aus den ländlichen Regionen und aus den Anden in die Stadt. Auf einer Längenausdehnung von über 100km ist sie heute mit mehr als 10 Millionen Einwohnern hoffnungslos übervölkert.
An den Hängen der kahlen steinigen Berge, die Lima umgeben siedeln Hunderttausende in elenden Hütten ohne Baugenehmigung, Strom, Straßen, Wasser und damit oftmals ohne Rechte.



Lima

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